Pressepräsentation BMW 2er Active Tourer: Platz da!

BMW 225i Luxury Line in Grau von hinten, Fahraufnahme

Auf der Suche nach der Lücke war BMW mal wieder erfolgreich. Das weiß man seit der Messe im April in Peking. Jetzt konnten wir den BMW 2er Active Tourer erstmals fahren. Ab 27 200 Euro steht er vom 27. September bei den Händlern in Deutschland. Dann wird sich zeigen, wieviel Platz BMW in der für das Unternehmen neuen Nische mit dem Active Tourer erobern kann. Die Preisspanne von 27 200 Euro für den BMW 218i und 42 900 Euro für die beiden Spitzenmodelle 220i und 220d mit dem Allradantrieb „xDrive“ und Automatik spricht dafür, dass BMW die Zielgruppe breit angelegt hat.

Um Platz geht es auch beim Konzept des BMW 2er. Den haben die Münchner bei dem kompakten Van von 4,34 Meter Länge tatsächlich gefunden. Er bietet deutlich mehr Innen- und Gepäckraum sowie erheblich mehr Variabilität als der sechs Zentimeter längere BMW X1. Voraussetzung dafür war die bei Heckantriebsexperten unerwartete Entscheidung für Frontantrieb mit quer eingebautem Frontmotor.

BMW 218d Sport Line in rot (2014) in der Frontansicht

218d Sport Line.

Wenn schon der bisher offiziell ungeliebte Frontantrieb, dann mussten sich bei dem Neuen wenigstens die anderen typischen Merkmale für einen BMW wiederfinden. Dazu gehören die – flacher geratene – Niere, die Doppelscheinwerfer mit der Augenbraue aus der LED-Reihe des Tagfahrlichts, der kurze vordere Überhang und das Heck mit den großen LED-Rückleuchten im ebenfalls typischen L-Design. Die Van-Form führt zur BMW-untypischen kurzen Frontpartie, die spitz zuläuft. Die weit in die Seite hineingezogenen Scheinwerfer signalisieren Breite und kaschieren die Länge. Zwei kräftige Sicken auf der Motorhaube und zwei gegenläufige Sicken an der Seite sollen Dynamik herausstreichen.

Zwischen BMW-Gesicht und BMW-Heck erstreckt sich ein normaler Van mit der typisch weit vorn ansetzender A-Säule, dem Dreiecksfenster vor dem Türrahmen und dem sanften Anstieg vom Bug über die flache Windschutzscheibe zu einem hohen Dach und – so ganz gegen den Trend – groß gehaltenen Fensterflächen. Der Luftvorhang (Air Breather) um die Vorderräder, der große Dachspoiler und die Abrisskannten längs der Seiten des Heckfensters und der Heckleuchten sprechen für aerodynamische Feinarbeit. Das Ergebnis: Werte von 0,26 und 0,29 für den Luftwiderstandsbeiwert. Nur ein Element stärt das Bild vom windschlüpfigen Auto: die offenliegenden, wegen der ausgedehnten Fläche der Windschutzscheibe großen Scheibenwischer.

Der Innenraum des BMW 218d Sport Line mit rot/schwarzen Sitzen

218d Sport Line.

Der Innenraum des BMW 225i Luxury Line mit Ledersitzen

225i Luxury Line.

Die sieht man wegen der schwarzen Folie an der Windschutzscheiben-Unterkante innen allerdings nicht. Im Innenraum springt das Armaturenbrett nach Art des Hauses ins Auge: kleines, dickes Lederlenkrad, in allen Ausstattungsvarianten sportlich aussehende Sitze klassische Rundinstrumente, ein aufgesetzter Bildschirm fürs Infotainment-System und die gewohnten, gut angeordneten Bedienelemente. Zum ersten Mal in dieser Klasse bietet BMW beim Active Tourer ein Head-up-Display an. Das projiziert die Daten in Farbe auf eine kleine Scheibe vor der Windschutzscheibe. Allerdings kann man das Display nur zusammen mit der großen „Navigation plus“ für insgesamt 2490 zusätzliche Euro bestellen.

Überraschender als dieser Blick ins Innere ist dessen Größe, die von dem Panorama-Glasdach für 1250 Euro eindrucksvoll ausgeleuchtet wird, und seine Flexibilität. Vor der Rückbank bleibt ein Knieraum, der bei anderen Kompakten dieser Größe Seinesgleichen sucht. Die Neigung der Rückenlehne lässt sich verstellen, was zusammen mit dem Verschieben der Rücksitzbank mehr Laderaum ergibt. Die hinteren Sitze lassen sich im Verhältnis 40:20:40 umklappen. Werden alle drei Teile umgelegt, entsteht ein Laderaum von mehr als 1500 Litern, allerdings wegen die Rücksitzlehnen nicht mit ebenem Boden. Unter dem Faltboden des Kofferraums befindet sich außerdem noch ein recht tiefer „Keller“. Große Türablagen, Cupholder und viele praktische Ecken vervollständigen den Eindruck, dass Variabilität einer der wesentlichen Punkte im Entwicklungs-Lastenheft war.

Roter BMW 218d Sport Line in der Heckansicht

218d Sport Line.

Womit wir noch einmal auf die Zielgruppen zu sprechen kommen. Der Name lässt keinen Zweifel daran, wen man an Bord zu sehen wünscht: Die Aktiven der Welt sollen sich angesprochen fühlen, natürlich nur die mit sportlichen Ambitionen und passender Familie oder Sportgerät. Die hohe Sitzposition, die gute Rundumsicht, die handlichen Außenmaße und der mit 11,3 Metern gerade noch angemessene Wendekreis könnten auch weniger Ambitionierten und Älteren gefallen. Das unaufgeregte Design wird die Generationen jedenfalls nicht entzweien.

Bei den Ausstattungslinien gibt es ebenfalls für Jeden etwas: Zusätzlich zur Basisausstattung werden vier Varianten angeboten, deren Namen für sich sprechen: Advantage, Sport Line, Luxury Line und M Sport, wobei sich der M Sport mit seinen großen Lufteintrittsöffnungen in der Front am deutlichsten von den anderen abhebt.

Die Seitenpartie eines roten BMW 218d Sport Line

218d Sport Line

Mit dem Modell für die bei BMW neue Nische bringen die Münchener auch ihren neuen Motorbaukasten mit jeweils 500-ccm-Zylindern in BMW-Modellen ins Spiel und zwar als Drei- und Vierzylinder-Benziner und Vier-Zylinder-Diesel. Im 218i steckt der Dreizylinder mit 100 kW / 136 PS und einem Normverbrauch um die fünf Liter. Zum Start tritt der 225i als Spitzen-Benziner mit 170 kW / 231 PS und einer Acht-Gang-Automatik an. Der Diesel im 218d leistet 110 kW / 150 PS und liegt im Verbrauch um die vier Liter. Die neuen Motoren, der Leichtbau und die anderen Technologien, die BMW unter dem Begriff „Efficient Dynamics“ zusammenfasst, sowie der neue Sechs-Gang-Handschalter und die Steptronic-Acht-Gang-Automatik tragen zu den guten Verbrauchswerten bei.

BMW 225i Luxury Line in Grau von hinten, Fahraufnahme

225i Luxury Line.

Uns erschien der 218d mit dem Handschalter als das am besten gelungene Paket für den Alltag und die Reise. Er beschleunigt den rund 1,5 Tonnen schweren Active Tourer in 8,9 Sekunden und erlaubt eine Höchstgeschwindigkeit von 208 km/h. Der 220i mit seinen 170 kW / 231 PS wird bei den Fahrleistungen eher dem BMW-Image gerecht. Er braucht nur 6,6 Sekunden für den Standardsprint und erreicht 240 km/h. Beiden gemein sind die auffallend geringen Fahrgeräusche. Und der Fahrkomfort leidet auch nicht, wenn man vom Komfort- in den Sportmodus umschaltet.

Weitere Motorvarianten werden folgen. Ob aber auf diese Basis eine M-Version passt, darf bezweifelt werden. Dafür ist sicher ein Plug-in-Hybrid dabei. Und über den Siebensitzer mit der um 18 Zentimeter größeren Außenlänge werden sich nicht nur die Chinesen freuen, denen unsere Autos ja oft viel zu bescheiden sind. Andere brauchen auch viel Platz. (ampnet/Sm)

Daten BMW 218d Active Tourer Luxury Line

Länge x Breite x Höhe (m): 4,34 x 1,80 x 1,56
Motor: D4-Benziner, 1995 ccm, Twinpower-Turbo, Direkteinspritzung
Leistung: 110 kW / 150 PS
Max. Drehmoment: 330 Nm bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 208 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 8,9 Sek.
Verbrauch (nach EU-Norm): 4,3 – 4,1 Liter
CO2-Emissionen: 114 – 109 g/km (Euro 6)
Leergewicht / Zuladung: min. 1375 kg / 620 kg
Kofferraumvolumen: 468 – 1510 Liter
Max. Anhängelast: 1300 kg
Wendekreis: 11,3 m
Räder / Reifen: 7,0 J x16 LM / 205/60 R16 92V
Luftwiderstandsbeiwert: 0,27
Basispreis: 35 350 Euro

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