Honda Civic 9. Generation: Neuestes Modell für Jung und Alt

Was für Volkswagen der Golf, ist der Civic für Honda. Die Japaner haben die 9. Generation ihres Bestsellers auf der IAA im September der Weltöffentlichkeit vorgestellt, die wir jetzt an der spanischen Südküste erstmals fahren durften und die Ende Januar beim traditionellen Honda-Händler-Frühstück in den Handel kommt. Hatte der Vorgänger mit seinen teils spitzen Formen und der sportlichen Raubeinigkeit noch polarisiert, so trifft der Nachfolger durchgehend auf Anerkennung und Begeisterung. Wie die Japaner das geschafft haben? – Sie haben konsequent die Wünsche ihrer Kunden befolgt! Und so ist ein Civic entstanden, der keinen Deut weniger sportlich, aber deutlich komfortabler und erwachsener geworden ist. 7.500 Einheiten hat Honda vom alten Civic in diesem Jahr verkauft. Der neue soll 2012 die doppelte Stückzahl bringen. Zielgruppe. Jung und Alt – gefällt mit 18 und mit 80. Einstiegspreis: ab 16.950 Euro.

Bildergalerie: Neuer Honda Civic

Keine Designspielereien

Die äußere Form wurde von den Honda-Aerodynamikern entwickelt, die ihr Handwerk in der Formel 1 gelernt haben. Ergebnis: Ein sensationeller cw-Wert von 0,27, (12,6 % Verbesserung), zu dem auch der senkrecht stehende Heckwischer beiträgt. Keine Design-Spielereien, sondern klare technisch bedingte Linien mit einer dynamisch flachen Front und einem bulligen Heck. Insgesamt sportlich, aber trotzdem mit großen Fensterflächen. Sogar das markante Stück Heckscheibe unter dem Heckspoiler wurde vergrößert und erlaubt jetzt einen schlierenfreien Blick auf den nachfolgenden Verkehr. Wer am Heck nach Auspuffrohren sucht, sucht vergeblich. Die Rohre enden hinter dem Stoßfänger verdeckt und blasen auf den Asphalt.

Hochwertiges im Innenraum

Im Innenraum wurde viel Wert auf hochwertige Materialen gelegt, die sich auch in den Bereichen „gut anfassen“, wo nur das Auge hin reicht. Die Instrumentierung ist äußerst kompakt. Durch den Lederlenkradkranz sind die Rundinstrumente für Drehzahl, Tank und Temperatur gut zu erkennen, darüber „schwebt“ die digitale Anzeige für die Geschwindigkeit, flankiert von zwei Farbkeilen, deren Farbe sich durch ökonomische Fahrweise beeinflussen lässt. Licht und Scheibenwischer werden über zwei Lenkradhebel rechts und links bedient. Klimaanlage, Navi und Audiosystem sind in der Mitte angeordnet, sodass auch der Beifahrer alles problemlos bedienen kann.

Raumwunder

Der Kofferraum lässt sich durch Umlegen der Rücksitze (2:1) von schon sehr ordentlichen 477 Litern auf 1.388 Liter mit durchgehend glatter Ladefläche vergrößern. Wer die Sitzfläche der „Magic Seats“ nach hinten hochklappt, erhält hinter den Vordersitzen einen tiefen Laderaum für Terrassen-Kübelpflanzen oder zwei aufrecht stehende Mountainbikes, die man vorher allerdings per Schnellspannhebel von den Vorderrädern befreien muss. Möglich wird dieses Raumwunder durch die Lage des Tanks im Boden unter den Vordersitzen.

Das Wichtigste steckt unterm Blech

Die wichtigste Weiterentwicklung steckt aber unter dem Blech: Eine völlig neu konstruierte Verbundlenkerachse, die mit längeren Federwegen und härteren Dämpfern den neuen Civic endlich vom Rumpeln und Poltern auf schlechter Wegstrecke befreit hat. Unter der Haube gibt es auch etwas Neues: einen agilen 2,2-Liter-Diesel mit zehn PS mehr Leistung und zehn Prozent weniger CO2 Ausstoß. Die beiden Benziner (1,0 und 1,8 Liter) sind vom Vorgänger bekannt, werden aber auch weiterentwickelt und sollen demnächst ausgetauscht werden.

Ein Piep, dann wird gebremst

Auf der Fahrt über spanische Autobahnen mit tiefstehender Wintersonne konnten wir das in diesem Segment erstmalig serienmäßige Temporegelsystem mit Abstand- und Notbremssystem kennenlernen. In der gleißenden Sonne waren die Bremslichter vor uns nicht zu erkennen. Der Civic piept zweimal und bremst automatisch, sodass wir nach einem Blick in den Rückspiegel sicher auf die Nebenfahrbahn wechseln konnten.

In Deutschland wird es den Civic vorerst nur als Fünftürer geben. Dabei sind die hinteren Türen mit den à la Alfa Romeo und SEAT in den Fensterrahmen integrierten Türgriffen ohnehin kaum zu erkennen. Später soll ein Tourer oder Aero-Deck folgen. (Auto-Reporter.NET/Udo Magnussen)

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2 Kommentare

  1. Dariusz sagt:

    Meine Güte! Was haben sie aus dem Civic gemacht die Japaner? Mein erstes Auto war ein Civic aus 1988. Der sah für damals sehr gut aus. Aber was ist das? wie hässlich ist der Civic nach 25 Jahren? Der Innenraum sieht noch gut aus aber das Karosseriedesign haben sie total vergeigt. Kein Wunder, dass der mittlerweile so selten auf deutschen Strassen zu sehen ist. Ich z. B. habe den aktuellen Civic noch nie real gesehen.

  2. Edgar sagt:

    Naja, häßlich oder nicht, das liegt auch immer im Auge des Betrachters.
    Speziell ist der Civic des aktuellen Jahrgangs allemal, eher weniger was für den durchschnittlichen deutschen Kompaktwagenkäufer. Der kauft nunmal lieber Golf und bevorzugt eher konventionellere Formen.
    Leider entgeht ihm aber auch, dass es sich beim Civic um einen echten Geheimtipp in der Kompaktklasse handelt. Vorausgesetzt das Design gefällt ….

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