Fahrbericht: Fiat Panda Cross – der Vielseitige

Der Crossover Fiat Panda Cross im Gelände im Einsatz

Ohne seine Kleinwagenmodelle 500 und Panda, die derzeit in Europa über einen Marktanteil von über 30 Prozent im A-Segment verfügen, sähe es bei Fiat traurig aus. Für die Italiener ist es daher umso wichtiger, dort ihre Dominanz zu behaupten. Helfen soll dabei der Ende Oktober in Deutschland auf den Markt kommende Panda Cross als neues Top-Modell der Baureihe, das dann zusammen mit dem Panda 4×4 und dem Panda Trekking gleich eine ganze Familie subkompakter SUV bildet. Der Einstiegspreis liegt bei rund 19.000 Euro.

Der Panda Cross kombiniert dabei die markante Optik und die Technologie eines vollwertigen Geländewagens mit den im Alltag praktischen Abmessungen eines Kleinwagens. Eben ein waschechter Grenzgänger – im Englischen Crossover genannt – zwischen zwei Fahrzeugklassen. Mit dem intelligenten Vierradanlaut offizitrieb „Torque on Demand“ inclusive elektronischem Traktinsregelsystem „Terrain Control“ und elektronischem Sperrdifferenzial hält ihn – laut offiziellem Fiat-Statement – auch abseits befestigter Wege so schnell nichts auf. Eine Aussage, die jetzt bei ersten Testfahrten in der Nähe von Mailand eindrucksvoll bestätigt wurde.

Größere Böschungswinkel und mehr Bodenfreiheit

Gelber Fiat Panda Cross auf Schotter, fotografiert von vorne  Die neue Form von Front- und Heckschürze ermöglicht nämlich größere Böschungswinkel und dank der auf rund 16 Zentimeter erhöhten Bodenfreiheit selbst das gefahrlose Durchqueren von kleinen Wasserläufen. Bei einer Länge von 3,70 Meter eröffnen sich dem Fiat Panda Cross gleichzeitig Parkmöglichkeiten, von denen Fahrer herkömmlicher Geländewagen nur träumen können.

Mit spezifischen Karosseriedetails tritt der Fiat Panda Cross ganz im Stil eines SUV auf. Der markante Look symbolisiert die Robustheit der Technik. An der Fahrzeugfront fallen der neu gestaltete Stoßfänger und zwei rot lackierte Abschleppösen auf – bei ernsthaften Offroad-Einsätzen der ideale Befestigungspunkt zum Beispiel für das Seil einer Winde. Neu gestaltet sind auch die Scheinwerfer mit integrierten Nebelscheinwerfern. Sie schließen mit der Querspange ab, die das Fiat Markenlogo trägt. Die Tagfahrlichter sind in LED-Technik ausgeführt und in den Unterfahrschutz integriert.

Das Armaturenbrett des kleinen SUVs Fiat Panda CrossFarbgebung und Materialwahl im Innenraum unterstreichen den Offroad-Charakter des Fiat Panda Cross. Die Sitze sind mit einer Kombination aus naturfarbenem Stoff (Sitzflächen) und braunem Eco-Leder (Seitenwangen) bezogen. Dieser Farb- und Materialmix wiederholt sich in den Türverkleidungen. In der Rückenlehne der vorderen Sitze ist ein Polsterelement mit dem Schriftzug Cross eingelassen. Die Armaturentafel bildet mit einem kräftigen Kupfer-Farbton einen starken Kontrast zu den in satinierter Optik gehaltenen Flächen des zentralen Instrumententrägers. Trotz kompakter Abmessungen – Karosserielänge 370 Zentimeter, Breite 166 cm, Höhe 166 cm – bietet der immer fünftürige Fiat Panda Cross ein erstaunlich komfortables Platzangebot im Innenraum. Auch der Kofferraum ist mit einem Volumen von 225 Liter einer der größten in diesem Fahrzeugsegment.

Vierradantrieb „Torque on Demand“

Der Crossover Fiat Panda Cross im Gelände im EinsatzDer Panda Cross ist mit dem permanenten Vierradantrieb „Torque on Demand“ ausgerüstet, der auf zwei Differenzialen und elektronisch gesteuerter Kraftverteilung aufbaut. Die Vorteile dieses Systems sind vollautomatische Funktionsweise und Wartungsfreiheit. Das System wird serienmäßig ergänzt durch ein elektronisches Sperrdifferenzial ELD (Electronic Locking Differential), das in die Steuerung des elektronischen Fahrstabilitätsprogramms (ESP) integriert ist. Droht zum Beispiel beim Anfahren auf rutschigem Untergrund (Schnee, Eis, Matsch, etc.) ein Rad durchzudrehen, bremst die Elektronik dieses Rad gezielt ab und sorgt dadurch für die Kraftübertragung auf die Räder, die gute Haftung aufweisen.

Darüber hinaus steht das Traktionsregelsystem „Terrain Control“ bereit, das dem Fahrer elektronische Eingriffsmöglichkeiten in die Funktionsweise des Vierradantriebs gewährt. Über den Wahlschalter der „Terrain Control“ stehen die drei Modi „Automatische Verteilung des Drehmoments entsprechend den aktuellen Traktionsverhältnissen“, „Offroad mit Vierradantrieb und elektronischem Sperrdifferenzial“ und „Bergabfahrhilfe“ zur Verfügung. Im letztgenannten Modus wird der Panda Cross durch elektronisch gesteuerten, gezielten Bremseneinsatz automatisch bei konstanter Geschwindigkeit gehalten.

Verbrauchsarme Triebwerke

Der Fiat Panda Cross ist nur 3,70 Meter lang, hier in gelbFür den Panda Cross stehen zwei Motoren zur Wahl, die beide mit serienmäßiger Start&-Stopp-Automatik im Stadtverkehr besonders kraftstoffsparend unterwegs sind: der Turbodiesel 1.3 16V Multijet und der Zweizylinder-Benziner TwinAir Turbo mit 0,9 Liter Hubraum. Beide sind im Vergleich zu den anderen Modellversionen um fünf PS in der Leistung gesteigert, um die Stellung des Fiat Panda Cross als Topmodell der Baureihe zu unterstreichen.

Der TwinAir Turbo leistet 66 kW/90 PS bei 5.500 Touren und stellt ein maximales Drehmoment von 145 Newtonmeter im Drehzahlbereich zwischen 1.900 und 3.000 min-1 zur Verfügung. Auf Knopfdruck kann der Fahrer den ECO-Modus anwählen. Mit reduzierter Kraft (Drehmoment maximal 100 Nm bei 2.000 min-1) sinkt der Verbrauch noch weiter. Der Fiat Panda Cross TwinAir Turbo genehmigt sich durchschnittlich nur 4,9 Liter Benzin, der CO2-Wert liegt mit 114 Gramm pro Kilometer ebenfalls sehr niedrig.

Alternative ist der Turbodiesel 1.3 16V Multijet, der 59 kW/80 PS bei 4.000 Kurbelwellumdrehungen pro Minute und ein maximales Drehmoment von 190 Newtonmeter bei 1.500 min-1 produziert. Ein verzögerungsfrei ansprechender Turbolader mit Ladeluftkühlung sorgt für hohe Effizienz und Durchzugskraft schon aus niedrigen Drehzahlen. Der Durchschnittsverbrauch beträgt lediglich 4,7 l/100 km, was einem CO2-Wert von 125 g/km entspricht.

Entsprechend seiner Positionierung als Topmodell der Baureihe ist der Panda Cross serienmäßig komplett ausgestattet. Die Fahrdynamikregelung ESP mit elektronischem Sperrdifferenzial (ELD), Klimaanlage, Entertainmentsystem Blue&Me mit MP3-fähigem CD-Player und Bluetooth-gesteuerter Freisprechanlage, brünierte 15-Zoll-Leichtmetallräder mit Reifen der Dimension 185/65R15, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Kopfstützen auch an den hinteren Sitzen, in der Höhe verstellbares Lenkrad mit Bedientasten für die Audioanlage, Nebelscheinwerfer, Lenkrad und Schaltknauf in Leder sowie der höhenverstellbare Fahrersitz gehören zum Standard. Insgesamt ein Angebot also, dass die von Fiat angepeilte Käufergruppe der „City Venturer“ durchaus interessieren könnte. (dpp-AutoReporter/Hans H. Grassmann)

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