Toyota Prius+: Erster Siebensitzer mit Vollhybrid

Toyota Prius + (Fahraufnahme)

Wer sich vor einigen Jahren für einen Toyota Prius entschied, hatte mehr im Sinn als Anschaffungspreis, Fahrvergnügen und Mittelklasse-Komfort. Das Vollhybrid-Modell stand für den aufkommenden Begriff der Nachhaltigkeit, also ein Auto umweltverträglicher als bislang nutzen zu können. Da spielte nicht nur bei Öko-Freaks der recht hohe Preis, der Verzicht auf so manch liebgewordenes Komfort-Feature und ein mehr als schlichtes Ambiente im Innenraum keine Rolle.

Bildergalerie: Toyota Prius+

Geräumiger Siebensitzer

Mit der dritten Generation, die derzeit auf den Straßen fährt, war dieser bewusste Verzicht auf die Annehmlichkeiten des automobilen Alltags allerdings Vergangenheit und selbst der Preis – auch aufgrund der deutlich gestiegenen Verkaufszahlen – konnte gesenkt werden. Jetzt ging Toyota noch einen Schritt weiter und erweiterte das Prius-Angebot mit einem siebensitzigen Van, dem Prius+. Und auch hier bleibt man in finanzieller Hinsicht auf dem Teppich. Beträgt der Einstiegspreis doch 29.900 Euro. Im Herbst schieben die Japaner mit dem Prius Plug-in noch eine weitere Variante nach, sodass eine ganze Modellfamilie entsteht.

Mit einer Länge von 4,615 Metern ist der Prius+ 13,5 Zentimeter länger als der Prius, und damit die Mitfahrer auch auf der dritten Sitzreihe ausreichende Kopffreiheit genießen 8,5 Zentimeter höher. Dennoch erkennt man sofort, dass das Auto ein Prius ist, da auch hier die charakteristische Dachlinie und die markanten Seitenlinien die typische Keilform der Prius-Silhouette betonen.

Ausgeklügelte Raumausnutzung

Dank einer ausgeklügelten Raumausnutzung und seiner Variabilität bietet der Van nicht nur für bis zu sieben Personen Platz, sondern – bei umgeklappter dritter Sitzreihe – im Vergleich zum Prius rund 340 Liter mehr Ladevolumen. Möglich wurde dies durch einen längeren Radstand (2,78 Meter) und einen größeren hinteren Überhang. Aber auch dadurch, dass man die Hybrid-Batterie nicht mehr hinten, sondern in die Mittelkonsole positionierte. Allerdings keine Nickel-Metallhybrid-Batterie, sondern erstmals bei Toyota eine Lithium-Ionen Batterie, die bei gleicher Kapazität kleiner auszulegen ist.

Der Innenraum ist völlig neu gestaltet. Die Designer entwickelten dabei eine horizontale Linienführung für die Armaturentafel, in die die Mittelkonsole, das zentral angeordnete Kombi-Instrument und sämtliche Anzeigen integriert sind. Innerhalb des Kombi-Instruments sind die Hybridsystem-Anzeige, der Tachometer und die Getriebe-Anzeige nahe am Lenkrad und damit sehr gut im Sichtfeld des Fahrers angeordnet. Zudem sind sämtliche zum Fahren nötigen Bedienelemente und Schalter in der Mittelkonsole räumlich klar von allen anderen Funktionen abgesetzt. Und das alles ist sehr übersichtlich und ohne jeden Schickschnack.

Mit Panoramadach und Head-up-Display

Wertige, gut verarbeitete Materialien runden den guten Eindruck ab. Und auch bei den Komfort-Features hat man nicht geknausert, wenngleich die Highlights wie Panoramadach und Head-up-Display einschließlich des Touch-Tracer-Bedienelements erst ab der mittleren Ausstattungsstufe Life serienmäßig sind.

Der Antrieb umfasst den vom Prius übernommenen 1,8-Liter-Atkinson-Benzinmotor (73kW/99 PS), einen kraftvollen Elektromotor (60 kW), einen Generator, die Batterie, ein Energie-Management sowie eine Leistungsverzweigung. Die maximale Systemleistung beträgt 136 PS, was für mehr als genügend Vorschub reicht. Entsprechend sind die Fahrleistungen: Für den Sprint von null auf 100 km/h werden 11,3 Sekunden benötigt, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 165 km/h.

Bei ersten Fahrten ließ sich der Van dabei äußerst agil bewegen und zeigte sich auch bei Betätigung des Power-Knopfes, dazu gibt es noch die Modi Normals, EV und Eco, in flott durchfahrenen Kurven stabil und sicher. Gelungener Feinschliff am Fahrwerk. Bei derlei Umgang mit dem Gaspedal sind die Normverbräuche von 4,1 Liter Benzin auf 100 Kilometern und die CO2-Emissionen von nur 96 g/km zwar nur Makulatur, doch ein Prius heutiger Tage sollte eben neben allem Bestreben nach Nachhaltigkeit auch ein wenig Fahrspaß bringen, den man dennoch nicht allzu teuer an der Zapfsäule bezahlen muss. (Auto-Reporter.NET/Hans H. Grassmann)

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