Fahrbericht Subaru Outback 2.5i CVTGas

Subaru Outback 2.5i CVTGas

Kaum einem anderen Pkw-Hersteller dürfte die in Mode gekommene Kombination von komfortablem Kombi und geländegängigem SUV mehr entgegenkommen als Subaru, dem geborenen Allradspezialisten. Das Crossover-Konzept passt bestens zu jenem Konstruktionsprinzip, an dem das Unternehmen seit Jahrzehnten eisern festhält: einem völlig symmetrischen Antriebsstrang, dessen maßgebliche Komponenten in einer Linie angeordnet sind. Ergebnis: gleichmäßiger Antriebsfluss, ausgeglichene Gewichtsverteilung, neutrales Fahrverhalten.

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Dank des weit vorn platzierten, flach bauenden Boxer-Vierzylinders ließen sich die übrigen anschließenden Baugruppen so anordnen, dass der Fahrzeugschwerpunkt annähernd genau zwischen den Achsen liegt. Das Symmetrical AWD getaufte Bauprinzip, das für „Agilität, Stabilität und Traktion“ stehe, wie Subaru argumentiert, bewährt sich sei Langem bei Subaru-Rallyefahrzeugen im erfolgreichen motorsportlichen Einsatz. Auch der Outback profitiert von Subarus konstruktivem Grundprinzip. Der Legacy-Ableger präsentiert sich in Gestalt eines knuffigen geländetauglichen Kombis mit SUV-Genen. Er ist quasi ein automobiler Doppelgänger. 1996 war die erste Outback-Generation in den USA unter der Bezeichnung Legacy Outback an den Start gegangen. Heute ist die vierte Auflage auf den Straßen unterwegs; inzwischen als Subaru Outback. Weltweit.

Obwohl Subaru auch einen Diesel in Boxerbauart kreierte, behaupten sich „boxende“ Benziner in der Modellpalette der Marke weiter; darunter der Outback 2,5i. Der Testwagen wartete mit einem besonderen Vorzug auf: Sein Vierzylinder konnte auch mit Autogas (LPG) betrieben werden. Im Jahr 2006 war Subaru als einer der ersten Hersteller mit solchem Angebot in den Markt gegangen. Inzwischen werden Autogas-Umrüstsätze für mehrere Subaru-Modelle angeboten.

Mit dem Testwagen ergab sich also die Gelegenheit, eine ökonomischere Vortriebsvariante näher kennenzulernen. Subaru bietet die Gasanlage als kompletten Umrüstsatz für rund 3.000 Euro an. Der Umgang mit dem bivalenten Motorbetrieb ist denkbar einfach. Angefahren wird mit Benzin, dann erfolgt die Umschaltung auf Gasbetrieb. Alles geschieht automatisch. Der Fahrer kann die von ihm bevorzugte Variante aber auch selbst wählen. Dazu genügt ein kurzer Druck auf den Knopf des Kraftstoffwählschalters in der Mittelkonsole. Geht der Gasvorrat zur Neige, signalisieren das eine rote Warnlampe und ein Piepton, ehe selbsttätig auf Benzinbetrieb umgeschaltet wird. Der Übergang von einem Betriebsstoff zum anderen ist nicht zu bemerken, und auch sonst fällt an der Gasvariante des Outback nichts weiter auf. Der 77-Liter-Gastank (Einfüllstutzen hinter der Tankklappe) hat seinen Platz in der Reserveradmulde. Rund 1.000 Kilometer beträgt der Aktionsradius mit bivalentem Antrieb. Da Autogas eine geringere Dichte und einen geringeren Brennwert hat als Benzin, ist der Literverbrauch pro 100 Kilometer allerdings von vornherein etwa um 15 Prozent höher. Das muss bei einem Preisvergleich berücksichtigt werden. Ein Liter LPG kostet in Deutschland derzeit durchschnittlich 75 Cent. Rund 6.200 Autogastankstellen gibt es hierzulande, und auch im europäischen Umland wird von zahlreichen Tankstellen LPG angeboten.

Der 123 kW/167 PS starke Vierzylinder-Boxermotor, ein 16-Ventiler, beeindruckt zuerst mit seiner ausgeglichenen Laufruhe. In Beschleunigungsphasen, in denen über höhere Drehzahlen Leistung abgerufen wird, ist der typische Boxer-Sound herauszuhören. Mit zunehmender Fahrgeschwindigkeit nehmen Insassen zuerst Wind- und Rollgeräusche wahr. Unauffällig geht das CVT-Automatikgetriebe zu Werke. Eigentlich nur bei spontanem Lastwechsel, etwa beim Kickdown für blitzschnelles Überholen, lässt die „Lineartronic“ von sich hören, indem sie eine situationsgerechte Übersetzung über höhere Motordrehzahlen organisiert. Bei 4.000 U/min kommt das maximale Drehmoment zum Zuge: 229 Newtonmeter.

Der Outback 2,5i erweist sich als ein robuster, potenter Kerl. Noch bei zwölf Prozent Steigung stemmt er 1.800 Kilogramm Anhängelast. Ein idealer Zugwagen. Sechs Übersetzungsstufen kann der Fahrer über Paddel am Lenkrad auch selbst wählen. Der rasche Griff zu diesen Tasten lässt, schneller noch als das die Automatik vermag, spontan jene Übersetzungsstufe gewinnen, die in der konkreten Situation bestens „passt“, etwa für eine spontane Sprinteinlage. Gangwechselempfehlungen, die zu einer spritsparenden Fahrweise erziehen sollen, gibt es auf dem kleinen Rechteck-Display hinter dem Lenkrad. Allerdings muss der aktuelle Outback 2.5i noch ohne Start-Stop-System auskommen.

Beim Testwagen pendelte sich der durchschnittlich Kraftstoffverbrauch (Super) bei Automatikbetrieb nahe 9 l/100 km ein. Anhaltendes, weitgehend gleichmäßiges Tempo 120 auf der Autobahn kostete 7,8 l/100 km, gelassene Landstraßenfahrt erbrachte einen Verbrauchsdurchschnitt von rund sieben Liter pro 100 Kilometer. Bei ausschließlich innerstädtischem Einsatz mit üblichem Stop-and-go-Anteil oder bei betont temporeicher Autobahnfahrt gönnte sich der Benziner auch schon mal 11 l/100 km und mehr. Da tröstet, wenn es sich um einen Outback 2,5i mit Gasanlage handelt, die die Kilometerkosten deutlich reduzieren kann.

Ein Subaru Outback 2.5i ecomatic präsentiert sich als knuffiger Bursche. Seinen selbstbewussten Auftritt verstärken die betonten Radhäuser und die von kantigen Zügen unterbrochene Karosseriekontur. Von vornherein wirbt das Auto mit Subarus Ausrufezeichen: dem permanentem Allradantrieb. Das Fahrverhalten lässt den Outback dann auch als überzeugenden Straßen- und Geländegänger erleben. Entsprochen wird dieser Doppelrolle mit einem relativ straff gefederten und gedämpften Fahrwerk. Kurvenfliehkräften beugt sich der Aufbau erst dann spürbar, wenn die Richtungswechsel ausgesprochen temperamentvoll vollzogen werden. Und immer wieder, erst recht bei widrigen Fahrbahnverhältnissen, ist es der Allradantrieb von dem eine spürbar sichere Traktion ausgeht.

Zu beschäftigen wusste beim Testwagen eine seltsame Geräuschquelle: Sobald grobes Kopfsteinpflaster unter die Räder kam, aber nur dann, stellte sich ein anhaltendes Schwirren und leises Bollern im Fahrwerksbereich ein. Offenbar ein korrigierbarer Schönheitsfehler des Testwagens. Ursachenforschung wurde während der wenigen Testtage nicht erst betrieben.

Sehen lassen kann sich die serienmäßige Ausstattung des Testwagens, die sich hinter den Kürzeln „Comfort Lineartronic Navigation mit LPG“ verbirgt. Dazu gehören: Schaltwippen am Lenkrad, 2-Zonen-Klimaautomatik, elektrische Parkbremse, elektrisch einstell- bzw. abklapp- und beheizbare Außenspiegel, Niveauregulierung an der Hinterachse, elektrisches Glasschiebedach, Regensensor, ein elektrisch verstellbarer Fahrersitz mit Memory-Funktion, Bluetooth-Freisprecheinrichtung für Mobiltelefone, DVD-Navigationssystem, Audioanlage mit Anschlüssen für externe Audio- bzw- Videogeräte, Xenon-Scheinwerfer mit Reinigungsanlage.

Innovative Fahrerassistenzsysteme beschränkten sich auf die elektronisch geregelte Berg-Anfahrhilfe, den Bremsassistenten und die hilfreiche Rückfahrkamera. Sensoren mit Warnfunktion (Pieper) gibt es nicht. Hierher gehört allerdings die Feststellung, dass der Fahrer im eher klassisch geschnittenen Outback die Übersicht über die Konturen des Autos auch ganz gut ohne solche Rangierassistenz behält.

Ihre Krönung kann die Ausstattung eines Subaru Outback 2.5 i Comfort Lineartronic Navigation LPG mit einer Metallic-/Perleffektlackierung erfahren, die allerdings mit 490 Euro zu Buche schlägt. (Auto-Reporter.NET/Wolfram Riedel)

Technische Daten: Subaru Outback 2.5i CVT:

Länge x Breite x Höhe (Meter): 4,77 x 1,82 x 1,60
Motor (Bauart, Hubraum): 4-Zylinder-Leichtmetall-Boxermotor, 2.457 ccm
Max. Leistung: 123 kW/167 PS
Max. Drehmoment: 229 Nm
Kraftstoffverbrauch (nach NEFZ, kombiniert): 8,4 l/100 km
CO2-Emission: 194 g/km
Höchstgeschwindigkeit: 194 km/h
Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 10,4 s
Leergewicht/zul. Gesamtgewicht: 1.535 kg/2.040 kg
Gepäckraumvolumen: 526 bis 1.726 Liter (1.677 Liter mit Schiebedach)
Basispreis (comfort Lineartronic Navigation): 45.100 Euro
Preis des Testwagens( LPG Anlage, Metallic-/Perleffektlackierung): 48.690 Euro

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