Ratgeber: Autodieben weniger Chancen geben

In Deutschland sind der Polizei im vergangenen Jahr 18 549 Personenwagen als gestohlen gemeldet worden. Das waren vier Prozent weniger als 2013. Auch der Diebstahl von Lastkraftwagen ging im Jahresvergleich um elf Prozent auf 1524 Stück zurück. Das geht aus der Statistik des Bundeskriminalamtes hervor.

So weit, so gut. Andererseits stellt die Polizei aber auch fest, dass in Südost- und Osteuropa sowie im Nahen und Mittleren Osten weiterhin ein anhaltender Bedarf an gestohlenen Kraftfahrzeugen und Fahrzeugteilen besteht. Daher erwartet sie für die Zukunft keine grundlegende Verbesserung bei der Kfz-Kriminalität. Zu dieser wenig erfreulichen Prognose trägt zudem bei, dass die Autodiebe immer professioneller werden, höchst flexibel sind und in netzwerkähnlichen kriminellen Strukturen agieren, stellt das von der HUK-Coburg initiierte Goslar Institut für verbrauchergerechtes Versichern fest. Außerdem nutzten die Täter meist modernste technische Möglichkeiten zur Überwindung der Sicherungseinrichtungen. Erscheint der Aufwand hoch, schreckt dies natürlich ab. Insofern sollten Autobesitzer nicht auf Maßnahmen wie Parkkralle, Lenkradsperre und Alarmanlage verzichten. Je besser sie sichtbar sind, desto größer ist die Chance gegen Autodiebe.

Die beste Wahl ist natürlich immer noch die abgeschlossene Garage. Wer diese nicht zur Verfügung hat, sollte sein Fahrzeug zumindest nicht in wenig beleuchteten, schlecht einsehbaren und nicht belebten Seitenstraßen abstellen. Da die Täter ihre Opfer häufig vorher ausspionieren, lohnt es sich ebenfalls, auf Personen zu achten, die sich für das Auto „interessieren“. Da kann im Zweifel ein Anruf bei der Polizei ratsam sein.

Normalerweise ist die Versicherungsfrage bei einem Autodiebstahl eindeutig: Wenn das Auto geklaut wurde, ersetzt die Teil- oder Vollkaskoversicherung den entstandenen Schaden. Auch alles, was fest mit dem Auto verbunden ist, also Radio oder Navigationsgerät, wird von diesen Versicherungen abgedeckt, erläutert das Goslar Institut. Als problematisch erwiesen sich in jüngster Zeit allerdings Fälle, bei denen die Kriminellen das Funksignal der Fahrzeugschlüssel manipulierten. Bei älteren Automodellen werden zudem häufig Störsender verwendet, um die Türverriegelung zu blockieren. Dabei entstehen in der Regel keine Einbruchspuren. Fehlen sie, muss die Versicherung prüfen, ob es sich nicht möglicherweise um einen Betrugsversuch handeln kann.

Experten empfehlen Sicherheits-Schlüsseletuis aus Metall, mit denen sich ein Ausspähen des Schlüsselsignals verhindern lässt. Die gleiche Wirkung erzielen Schlüsselmäppchen mit einer Sicherheitsfolie. Oft hilft auch schon simple Alufolie aus der heimischen Küche, um den Autoknackern ihr Vorhaben zu erschweren. (ampnet/jri)

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