Range Rover Evoque Cabrio: Von der Studie zum Serienauto

Jetzt ist es raus: Auf dem Genfer Autosalon bestätigte Land Rover jetzt die Serienfertigung einer offenen Variante des Range Rover Evoque. Exakt drei Jahre ist es her, dass die Studie des Cabriolets gezeigt wurde. Die Ankündigung beantwortet auch die Frage: Welcher Hersteller bringt als erster den Mut auf, solch ein Fahrzeug in Serie zu bauen?

Range Rover Evoque Cabrio

Genf 2012: Range Rover Evoque Cabrio (Studie). Foto: Auto-Medienportal.Net /Manfred Zimmermann

Geländewagen mit beweglichem Dach sind durchaus nichts Ungewöhnliches. Selbst wenn man in der Historie nicht bis zum VW-Kübelwagen zurückgehen will, finden sich eine Reihe weiterer Beispiele. Land Rover Defender Cabriolets gab es ab Werk nicht nur als Repräsentations-Landaulet für Ihre Majestät, die Queen, sondern auch zu erschwinglichen Preisen für ihre Untertanen. Jeeps waren ebenso mit Faltdach lieferbar wie die G-Klasse von Mercedes.

Seit viele Geländewagen Offroad-Qualitäten einbüßten und ihr hauptsächliches Revier als so genannte SUV auf dem Boulevard fanden, haben die Designer verschiedener Hersteller über lifestyle-orientierte Versionen von Allradfahrzeugen nachgedacht. Audi erregte auf der Los Angeles Auto Show 2007 Aufsehen mit dem Cross Cabriolet Quattro Concept. Der ungelenke Name beschrieb einen Audi Q5, dem das Dach abgeschnitten worden war. Und obwohl das eilig in den USA zusammen geschraubte Einzelstück wegen qualitativer Unzulänglichkeiten alsbald wieder in der Versenkung verschwand, ließ die Bemerkung des Audi-Designers Steve Lewis aufhorchen: „Wenn es eine stabile Nachfrage von etwa 5000 Einheiten pro Jahr gäbe, könnte so ein Auto in eine limitierte Serienproduktion gehen“.

Prototyp Range Rover Evoque Cabrio

Getarnter Prototyp des Range Rover Evoque Cabrio. Foto: Land Rover

Auch der Nissan-Konzern, zeitweise im Clinch mit Audi um die Verwendung des Buchstabens „Q“ für Modellbezeichnungen, fand Gefallen an der Idee eines offenen Sport Utility Vehicles. Wiederum wurde die Los Angeles Motor Show Schauplatz einer solchen Premiere. Das Nissan Murano Cross Cabriolet Convertible rief drei Jahre nach dem Audi das spektakuläre Konzept noch einmal in Erinnerung. Vergangenes Jahr verschwand das Auto für den US-Markt wegen Erfolglosigkeit wieder in der Versenkung.

Nun also Range Rover. Rund 400 000 Verkäufe für das Modell Evoque haben nicht nur die Erwartungen weit übertroffen, sondern auch eine Ausweitung der Produktionskapazitäten erforderlich gemacht. Der Erfolg hat offenkundig auch die Fantasie von Chefdesigner Gerry McGovern beflügelt. Er sieht das Konzeptfahrzeug als eine „natürliche Weiterentwicklung“ des geschlossenen Evoque, aber auch als „Chance, ein neues Segment zu begründen“, sagte er bei der Enthüllung des Konzeptfahrzeugs.

Der Erfolg des kleinen Range Rovers beruht nicht zuletzt darauf, dass die 2008 in Detroit als Studie „LRX“ vorgestellte Design-Konzeption weitgehend in die Serie übernommen wurde. Auch damals wiesen die Verantwortlichen eine Serienproduktion weit von sich. Die Dementis von 2012 klangen schon weniger streng, denn selten war ein Concept Car optisch so nah an der Verwandtschaft aus der Seriefertigung. Die Begeisterung über einen offenen Range Rover hat letztlich wohl auch den Chef überzeugt. Dr. Ralf Speth zum Evoque: Das Auto habe „eine tolle Produktsubstanz. Für die Fortsetzung des Erfolgs ist es wichtig, dass wir das richtige Konzept auswählen und es unter den Gesichtspunkten Gebrauchswert und Lifestyle wirtschaftlich abwickeln“.(ampnet/afb)

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