Pariser Bürgermeisterin will Dieselautos aus der Hauptstadt verbannen

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat vor wenigen Tagen angekündigt, aus Gründen der Luftreinhaltung bis zum Jahr 2020 Dieselfahrzeuge ganz aus der französischen Hauptstadt zu verbannen. Der französische Automobilverband CCFA (Le Comité des Constructeurs Français d’Automobiles) wehrt sich dagegen, dass Dieselmotoren pauschal bewertet werden. Während der moderne Clean Diesel (Euro 6) eine Partikelemission von nahe Null und damit Benzinerniveau aufweist, sind die Partikelemissionen bei deutlich älteren Diesel-Pkw in der Tat noch hoch. Aus diesem Grund zählen in Deutschland alte Diesel-Pkw seit langem zur Schadstoffgruppe 2. Sie müssen eine rote Umweltplakette tragen und dürfen in vielen Städten die Umweltzonen nicht befahren. Der CCFA schlägt vor, dass sich die Luftreinhaltemaßnahmen in Paris ebenfalls auf die älteren Dieselfahrzeuge (ohne Partikelfilter) konzentrieren sollten. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßt diesen Vorschlag.

„Mit dem Rußfilter und Euro 6 ist Pkw-Abgas keine relevante Feinstaubquelle mehr. Da die anspruchsvolle Euro-6-Norm natürlich EU-weit gilt, ist auch für Frankreich von einem weiteren Rückgang der Partikelemissionen im Straßenverkehr auszugehen, je mehr moderne Diesel-Pkw solche älterer Bauart ersetzen“, betont VDA-Geschäftsführer Dr. Ulrich Eichhorn.

Frankreich ist Diesel-Land. Der Anteil von Diesel-Pkw an den Neuzulassungen liegt derzeit bei 64,3 Prozent und damit deutlich höher als in Deutschland (47,6 Prozent). Zwei von drei Autos, die in Frankreich neu zugelassen werden und ein französisches Markenzeichen tragen, sind mit einem Dieselmotor ausgestattet. Der Marktanteil der französischen Automobilhersteller an den gesamten Pkw-Neuzulassungen in Frankreich liegt bei gut 55 Prozent. (ampnet/jri)

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