Ford-Umfrage: Riskanter Alkoholkonsum bei jungen Autofahrern

Ford hat einen speziellen „Anzug“ entwickelt, der Trunkenheit simuliert.

Foto: Ford hat einen speziellen „Anzug“ entwickelt, der Trunkenheit simuliert.

Mehr als die Hälfte aller jungen Autofahrer in Europa haben sich schon mindestens ein Mal unter Alkoholeinfluss hinter das Steuer gesetzt oder zumindest Freunde gesehen, die vor Fahrtantritt Alkohol konsumiert hatten. Das ergab eine von Ford in Auftrag gegebene Studie. Die Befragung von insgesamt 5000 Fahrern im Alter zwischen 18 und 24 Jahren zeigte auch, dass ein Drittel der Studienteilnehmer schon einmal als Beifahrer von alkoholisierten Personen mitgefahren ist. 66 Prozent gaben zu, dass sie die zulässige Promillegrenze für die Teilnahme am Straßenverkehr nicht genau kennen.

Die Befragung der Fahrer aus Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien zeigt, dass junge Spanier (74 Prozent) am häufigsten schon einmal unter Alkoholeinfluss gefahren sind, gefolgt von jungen Männern aus Deutschland (65 Prozent) und Frankreich (64 Prozent). Von den Personen, die schon einmal alkoholisiert ein Auto gesteuert haben, glaubten 26 Prozent, dass sie dabei noch sicher fahren konnten. Nach Angaben der Europäischen Kommission gehen 25 Prozent aller Verkehrstoten in Europa auf das Konto von alkoholbedingten Verkehrsunfällen, bei denen junge Fahrer verwickelt sind.

„Alkohol und Autofahren ist eine potenziell tödliche Kombination. Die Ergebnisse der Umfrage unterstreichen die Notwendigkeit, junge Fahrer stärker für dieses Thema zu sensibilisieren“, betont Barb Samardzich, Chief Operating Officer bei Ford Europa.

Unter dem Motto „Vorfahrt für Deine Zukunft“ führte Ford im vergangenen Jahr in Deutschland ein kostenloses Sicherheitsfahrtraining für junge Autofahrer ein, das bereits seit über zehn Jahren in den USA durchgeführt wird. Dieses Jahr werden zwischen im Juni und Juli weitere Fahrsicherheitstrainings in den Städten Köln, Braunschweig, Berlin und Dresden stattfinden.

Um die Gefahren von Alkoholeinfluss deutlich zu machen, entwickelte Ford nun einen speziellen „Anzug“, der Trunkenheit simuliert. Damit werden Reflexe und Reaktionszeiten der Testperson verlangsamt. Der Anzug besteht aus Gewichtsmanschetten und besonderen Polsterungen an Ellenbogen, Hals und Knien. Auf diese Weise werden selbst einfache Aufgaben – etwa auf einer geraden Linie gehen –spürbar schwieriger. Eine entsprechende Brille sorgt für Sehstörungen, und Kopfhörer beeinträchtigen zusätzlich das Gehör.

Ford entwickelte den Anzug gemeinsam mit dem in Saarbrücken ansässigen Meyer-Hentschel Institut, das auf die Erforschung von Mobilitätseinschränkungen spezialisiert ist. Zur Unterstützung seiner Fahrzeugentwicklung im Bereich Ergonomie setzt der Automobilhersteller bereits seit langem auf wissenschaftliche Hilfsmittel: Bereits die erste Generation des Ford Focus, die 1998 auf den deutschen Markt kam, wurde mit einem so genannten „Alters-Anzug“ entwickelt. Ergänzt wurde die Entwicklungsarbeit später noch durch einen „Schwangerschafts-Anzug“, der hilft, die Bedürfnisse von werdenden Müttern beim Autofahren besser zu verstehen. (ampnet/jri)

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