Datensammler aus Mexico City gewinnen Audi Urban Future Award 2014

Gewinner sind die Datensammler aus Mexiko City mit ihrem „Betriebssystem für urbane Mobilität“

Foto: Gewinner sind die Datensammler aus Mexiko City mit ihrem „Betriebssystem für urbane Mobilität“.

Die Gewinner des dritten Audi Urban Future Award stehen fest: Der mit 100.000 Euro weltweit höchst dotierte Preis für innovative Mobilitätslösungen geht nach Mexico City. Das Wettbewerbsteam um den renommierten Architekten und Stadtplaner Jose Castillo überzeugte die internationale Jury mit seinem „Betriebssystems für urbane Mobilität“. Im Kern steht eine Datenplattform, mit der Städte ihre Verkehrsplanung bedarfsgerecht steuern und Autofahrer ihr Verhalten der aktuellen Situation flexibel anpassen können.

Unter dem Motto „Auto findet Stadt“ bewarben sich vier interdisziplinär besetzte Wettbewerbsteams aus Berlin, Boston, Mexico City und Seoul mit innovativen Ideen für die Mobilität von morgen um den Audi Urban Future Award. Eine neunköpfige, interdisziplinär zusammengesetzte Jury bewertete die Konzepte nach Kriterien wie Innovationskraft, Umsetzungsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit auf andere Städte. In dieser Jury waren Experten aus China, Deutschland, Großbritannien, Kolumbien und den USA vertreten.

Die Leitung hatte der Direktor des Zentrums für Mobilitätsforschung an der Lancaster University, Prof. John Urry. „Die Ideen der Teams waren so vielfältig wie die Städte, aus denen sie stammen. In allen Vorschlägen stecken spannende Ansätze“, erklärte Urry in Berlin. „Letztlich haben wir uns für Mexico City entschieden, weil das Projekt bereits in die Umsetzung geht und konkrete und vor allem auch bezahlbare Lösungen für die drängenden Mobilitätsprobleme in den Megacities der Schwellenländer liefert.“

Der international renommierte Architekt und Stadtplaner Jose Castillo und sein mexikanisches Team sind überzeugt, „dass das Automobil genau die Probleme lösen kann, die es selbst verursacht hat“. Zum Beispiel, indem es Daten liefert, mit denen Städte ihre Verkehrsplanung besser steuern können. Mexico City ist laut IBM Commuter Pain-Index die „schlimmste Pendler-Metropole der Welt“. Daher hat Castillo gemeinsam mit dem IT-Experten Carlos Gershenson und der Leiterin des Innovationslabors der Stadt, Gabriella Gomez-Mont, ein „Betriebssystem für urbane Mobilität“ entwickelt.

Das Gewinnerteam des Audi Urban Future Award 2014 setzt auf Hilfe zur Selbsthilfe und macht Pendler zu Datenspendern. Gleichzeitig testet es neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Mobilitätsanbietern und städtischen Institutionen – neben Audi haben zahlreiche Firmen und Organisationen kooperiert. Eine erste Version der neuen Datenplattform ist seit September online. Pendler können über eine Webseite und eine App ihre eigenen Bewegungsdaten mit anderen Nutzern teilen.

Nach und nach entsteht so eine valide Datenbasis für eine nachhaltige Stadt- und Verkehrsplanung. Sobald genug Echtzeit-Daten für präzise Prognosen zur Verfügung stehen, können die Menschen ihr Verhalten an die Vorhersagen anpassen und so wiederum selbst den Verkehr beeinflussen – indem sie später losfahren oder jeweils das Verkehrsmittel wählen, mit dem sie am schnellsten zum Ziel kommen.

„Das Team aus Mexico City hat es geschafft, auf benutzerfreundliche Weise verlässliche Daten zu sammeln. Auf Basis dieser Daten können wir in Zukunft maßgeschneiderte Mobilitäts-Angebote entwickeln“, erklärt Annegret Maier, Head of Data Intelligence bei Audi. Maier ist Mitglied im Audi Urban Insight Team, das mit den Wettbewerbern um den Award in den vergangenen Monaten eng zusammenarbeitete. Audi-Experten aus verschiedenen Entwicklungsabteilungen tauschten sich regelmäßig mit den Teams aus und berieten sie zu Themen wie Design, pilotiertes Parken/Fahren und vernetzte Mobilität. (dpp-AutoReporter/hhg) Foto: Audi/dpp-AutoReporter

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