Audi, BMW und Daimler: Mit Here gemeinsam zur Schwarmintelligenz

Audi, BMW Und Daimler übernehmen gemeinsam von Nokia das Geschäft für Karten und ortsbezogene Dienste. Mit der Übernahme von „Here“ soll sichergestellt werden, dass die Produkte für alle Kunden aus der Automobilindustrie und anderen Branchen und Dienstleistungen offenstehen. Here wird deswegen als offene, unabhängige und wertschaffende Plattform für cloud-basierte Karten und Mobilitätsdienste arbeiten. Die drei Unternehmen übernehmen Here jeweils zu gleichen Teilen; keines strebt eine Mehrheit an. Wenn die Kartellbehörden den Deal genehmigen, soll die Transaktion im ersten Quartal 2016 abgeschlossen werden.

50er Jahre Traum Autonomes Fahren

Autonomes Fahren: In den 50-ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Traum.

Here schafft die Grundlage für die nächste Generation der Mobilität und ortsbezogener Dienste. Für die Autoindustrie ist das Basis für neue Assistenzsysteme bis hin zum vollautomatisierten Fahren. Dabei werden hochpräzise digitale Karten mit Echtzeit-Fahrzeugdaten verbunden. Auf Grundlage der gemeinsamen Rohdaten können alle Automobilhersteller ihren jeweiligen Kunden differenzierte und markenspezifische Dienste anbieten.

Vollautomatisches oder autonomes Fahren für mehr Sicherheit

Vollautomatisches oder autonomes Fahren für mehr Sicherheit.

Der gesellschaftliche Nutzen aus der „Schwarmintelligenz“ ist enorm: Sie ermöglicht Gefahrenwarnungen in Echtzeit zum Beispiel vor Glatteis, die sich aus Einzelinformationen wie ABS-Eingriffen und Außentemperatur errechnen lassen. Auch aufkommende Staus können künftig noch präziser angegeben werden, was das Risiko von Unfällen deutlich reduziert. Damit wird die Vision vom unfallfreien Fahren Stück für Stück Realität. In einem weiteren Schritt könnten aus den Daten kritische Kurven-Durchfahrungen erlernt werden, um den Fahrer rechtzeitig zu warnen oder Assistenzsysteme zu aktivieren. Denkbar ist auch das Antizipieren von Ampelphasen, um ein Fahrzeug mit angepasster Motorleistung und minimiertem Verbrauch auf einer ‚grünen Welle‘ durch die Straßen zu navigieren.

Bosch testet automatisiertes Fahren auf der A81.

Bosch testet automatisiertes Fahren auf der A81.

Wichtig sind dafür hochgenaue Karten für das automatisierte Fahren und viele weitere Formen von Assistenzsystemen. Denn diese Technologien benötigen einen aktuellen und zentimetergenauen Umgebungsplan des Fahrzeugs, um frühzeitig reagieren zu können. Während Here heute bereits hochpräzise statische Karten erstellt, können diese mit einem ständigen Strom an Daten über das Umfeld des Fahrzeugs noch exakter verifiziert und auf dem neuesten Stand gehalten werden.

Autonomes Fahren: Fahren ohne Hände m Lednkrad - noch lange illegal.

Autonomes Fahren: Fahren ohne Hände m Lednkrad – noch lange illegal.

Here stellt Karten und ortsbezogene Daten für knapp 200 Länder in mehr als 50 Sprachen bereit und ist einer der Hauptanbieter für Karten und ortsbezogene Dienste. Das neue Unternehmen wird seine Position als starker und unabhängiger Anbieter von Karten und standortbezogenen Dienstleistungen – sogenannte Location Based Services – ausbauen, sein Angebot erweitern und auch Kunden anderer Branchen zur Verfügung stellen. Das Management von Here soll auch weiterhin unabhängig bleiben – mit dem Ziel, den Business Case von Here als für alle Kunden offene Plattform weiter voranzutreiben. Das Konsortium wird sich nicht im Tagesgeschäft engagieren. (ampnet/Sm)

Zitate:

„Unser Umfeld ändert sich ständig. Deswegen müssen auch die Informationen in digitalen Karten laufend aktualisiert werden, um den höchsten Nutzen zu bieten“, sagt Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender der Audi AG.

„Here wird eine Schlüsselrolle bei der digitalen Revolution der Mobilität spielen und dabei hochpräzise Karten mit Daten aus dem Fahrzeugumfeld kombinieren, um das Fahren für alle sicherer und einfacher zu machen“, sagt Harald Krüger, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG.

„Hochpräzise digitale Karten sind ein entscheidender Baustein für die Mobilität der Zukunft. Mit dem Einstieg bei Here wollen wir die Unabhängigkeit dieses zentralen Angebots für alle Fahrzeughersteller und Zulieferer sowie für Kunden aus weiteren Branchen sichern“, sagt Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG.

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