2017 serienreif: Airbags für die Rücksitze

Der Rücksitz-Airbag entfaltet sich aus dem Vordersitz und schützt auch, wenn dieser weit vorn steht.

Foto: Der Rücksitz-Airbag entfaltet sich aus dem Vordersitz und schützt auch, wenn dieser weit vorn steht.

Die TRW Automotive Holdings Corp. zeigt, wie mit einer Kombination fortschrittlicher Rückhaltesysteme die Insassen auf den Rücksitzen bei einem Frontalaufprall besser geschützt werden können. Airbag-Direktor Dirk Schultz sagt: „Wir haben die Verletzungsmuster von Fondinsassen mithilfe der GIDAS-Datenbank von 1999 bis 2013 analysiert: Die Hälfte aller verletzungsrelevanten Belastungen auf Rücksitz-Insassen entstehen, weil der Kopf mit dem Vordersitz in Berührung kommt oder durch den Sicherheitsgurt hohe Kräfte auf den Brustkorb wirken.“ (GIDAS = German In-Depth Accident Study, eine Kooperation der Bundesanstalt für Straßenwesen und der Forschungsvereinigung Automobiltechnik e.V.).

„Bei einem Frontalaufprall unterscheidet sich der Schutz von Insassen auf der Rücksitzbank von dem für Fahrer und Beifahrer. Die große Herausforderung liegt darin, dass auf den hinteren Sitzplätzen das Alter und die Statur der Passagiere noch stärker variieren – von Kindern bis zu Erwachsenen. Gleichzeitig verändert sich der verfügbare Platz, je nachdem wie weit nach vorne oder hinten der Vordersitz positioniert wird. Fortschrittliche Rückhaltesysteme wie Sicherheitsgurt, Gurtstraffer und Kraftbegrenzer können dabei helfen, das Verletzungsrisiko der hinten sitzenden Insassen zu reduzieren“, erklärt Schultz.

Die Alfdorfer entwickeln zwei Lösungen gleichzeitig: Ein im Fahrzeugdach montierter Airbag eignet sich sehr gut, um die hinten sitzenden, unterschiedlich großen Insassen unabhängig von der Position des Vordersitzes zu schützen. Mit zahlreichen Simulationen sowie statischen und dynamischen Versuchen mit den verschiedenen Dummy-Größen 5%, 50% und 95% wurde das Konzept des Dach-Airbags für den Rücksitz weiterentwickelt. In Kombination mit einem Sicherheitsgurtsystem mit Gurtstraffer und Kraftbegrenzer kann das Airbag-Konzept im Fahrzeugdach dazu beitragen, dass der Kopf des Insassen nicht mehr mit dem Vordersitz in Berührung kommt – sogar in Innenräumen mit begrenztem Platzangebot und bei weit nach hinten gestellten Vordersitzen.

TRW hat außerdem ein neuartiges Airbag-Konzept für den Rücksitz entwickelt, das in die Rückseite der Vordersitzlehne montiert werden kann. Aufgrund der Verschiebbarkeit der Vordersitze kann sich ein variabler Abstand zwischen der Rückenlehne und dem hinten sitzenden Passagier ergeben. Mit seiner einzigartigen Form kann sich das neue TRW Rücksitz-Airbag-Konzept diesen unterschiedlichen Gegebenheiten anpassen. Befindet sich der Vordersitz sehr weit vorne, deckt der Luftsack die große Entfernung ab; bei einem sehr weit hinten stehenden Vordersitz entfaltet sich der Airbag, ohne den Insassen zu belasten. TRW geht davon aus, dass sowohl der Dach-Airbag für die Rücksitzbank als auch der im Vordersitz montierte neue Rücksitz-Airbag bis Ende 2017 serienreif sein werden. (dpp-AutoReporter/wpr)

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